eine kleine Philosophie
des Gartens
Pflegeextensive Staudenflächen lassen sich auch auf Grünstreifen im öffentlichen Straßenverkehr anlegen. Es gibt dazu sehr viele Untersuchungen, die meistens von Substraten auf Kies oder ganz normalem Bauschutt ausgehen. Manches kommt aus der Naturgartenbewegung, die sich sehr stark auf magere, trockene Böden konzentriert, die aus der Sicht des Naturschutzes besonders wertvoll sind, weil dort sehr viele der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten Mitteleuropas ihr Refugium finden. Auch wenn ich die Denkrichtung nicht in allen Konsequenzen teile (s.a. 'Naturerkenntnis - Selbsterkenntnis'), kann man das ganze doch einfach nur pragmatisch sehen. Dann hat man auf diesen durchlässigen Substraten eine hervorgagende Grundlage, um solche Stauden zu etablieren, die Trockenheit vertragen und dabei eine sehr intensive und lange Blütezeit aufweisen. Die Problemunkräuter aus dem Garten haben dagegen auf diesen trocken-heißen Böden kaum eine Chance, so dass sich ein sehr geringer Pflegeaufwand ergibt. Auch in langen Hitzeperioden, wie z.B. im Juli 2010 mit Temperaturen über 30°C, braucht man diese Flächen nicht zu bewässern.
Auf diese Weise entstehen Dauerbepflanzungen von hoher ästhetischer Qualität, die den Vergleich mit intensiven Anlagen, wie z.B. die Staudenfläche an der Stadthalle in Pfarrkirchen, nicht zu scheuen brauchen, auch wenn die Auswahl an geeigneten Pflanzen begrenzt ist. Mit den entsprechenden Blumenzwiebeln kann man eine Blütezeit von März bis November erreichen, und das jedes Jahr ohne erneute Pflanzung. Wie bei allen Staudenpflanzungen sollte allerdings auf eine Begleitung durch einen erfahrenen Landschaftsarchitekten nicht verzichtet werden, da auch hier eine gezielte Pflege unabdingbar ist.
Das erste der beiden hier gezeigten Beispiele stammt von einem Grünstreifen in Pfarrkirchen. Dort wurde der anstehende Boden (ein ziemlich fetter Mutterboden) mit Splitt angereichert, um die Durchlässigkeit zu verbessern. Die verwendeten Stauden sind angelehnt an die "Silbersommer"-Mischung, die an den Landesanstalten für Gartenbau entwickelt wurden. Das zweite Beispiel stammt von einem Kreisverkehr in Pocking, wo auf reinem Bauschutt gepflanzt wurde. Die Pflanzenzusammenstellung und die Anordnung der einzelnen Sorten ist dort wesentlich stärker durchgestaltet.