Landratsamt Rottal-Inn

Was ich im Kleinen bei der Anlage von Gärten immer zu verwirklichen suchte, das ist hier in einem etwas größeren Maßstab entstanden. Im Zuge des Neubaus als Ersatz für das alte, baufällig gewordene Bauamt ist auch der Vorplatz komplett neu gestaltet worden. Was früher leere, asphaltierte Parkplatzfläche war, ist nun zu einem ansprechenden und anspruchsvollen Platz geworden, der nicht nur für Amtsbesucher und Angehörige der Verwaltung einen schönen Anblick bieten, sondern vor allem auch genutzt werden soll. Bei der Planung stand die Absicht der Landrätin, Frau Bruni Maier, im Hintergrund, hier einen Kommunikationsort zu schaffen, ganz im Sinne einer umfassenderen Verwaltungsreform zu einer größeren Bürgernähe.

Bei der Konzeption der Außenanlage wurde Wert darauf gelegt, daß trotz der architektonisch ungünstigen Ausgangssituation ein optisch geschlossener Platz entsteht. Deshalb sind alle Wege bzw. Gebäudezugänge zum Platz hin gerichtet.
Zum besseren Verständnis muß man wissen, daß die Eingangstür zum Bauamt 1,50 m über dem Platzniveau liegt und nicht zum Platz, sondern senkrecht vom Gebäude weg zur Zufahrt weist, die ein recht starkes Gefälle aufweist. In dieser Stellung kommt dem Bauamt eine starke Dominanz zu, da der Eingang gewissermaßen die Situation beherrscht. Ein solches Ensemble drückt Machtbewußtsein des Herrschenden aus, nicht die angestrebte zurückhaltende Bürgernähe (siehe auch die Ausführungen unter Hausgärten/Ausblicke).
In der Betrachtungsweise des Feng Shui hat man weit mehr Möglichkeiten, um die Situation zu beschreiben. Aus der Sicht des Energieflusses würde man für die Ausgangssituation folgende Charakterisierung treffen: Das Chi fließt vom Gebäude ungehindert weg, es geht für die Menschen in diesem Komplex verloren. Mit der veränderten Fließrichtung durch die Neuorientierung in der Platzgestaltung fließt das Chi nicht mehr ab, sondern sammelt sich in dem Brunnen, der zwar nicht die geometrische, wohl aber den optischen Mittelpunkt des Gebäudekomplexes und des Platzes bildet.
Alle Übergänge zwischen den Gebäuden und dem Gelände sind, soweit das aus Platzgründen möglich war, bepflanzt. Die Vegetation verhindert harte Kanten an den Schnittstellen zwischen Gebäude und Pflaster und schafft weiche und fließende Verbindungen.
Das Wasser für den Quellstein neben dem Eingang zum Bauamt und den Springbrunnen fließt in einem geschlossenen Kreislauf. Verluste werden aus dem Grundwasser nachgespeist. Um die Wasserqualität sicherzustellen, fließt ein Teil des Wassers kontinuierlich durch eine Pflanzenkläranlage, wo es mechanisch und biologisch gereinigt wird.

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