Zierteiche
Ein Teich im Garten, wenn er denn fachmännisch korrekt gebaut wurde und darüberhinaus auch gestalterisch ansprechend in die Gesamtkonzeption eingebunden wurde, ist immer eine Zierde. Deshalb gelten die Überlegeungen zum Zierteich in der gleichen Weise auch für anderen Formen von Wasser im Garten. Wasser ist einerseits ein belebendes Element, auch dann wenn es sich nicht um fließendes Wasser handelt, sondern um stehendes, wie es in einem einfachen Teich der Fall ist. Allein durch die Kräuselungen der Oberfläche schon bei kleinen Luftzirkulationen bis hin zu Wellenbewegungen bei starkem Wind oder Sturm. Andererseits strahlen stehende Wasserflächen immer auch Ruhe aus, weil ihre gleichmäßige, horizontale Oberfläche einen wohltuenden Kontrast zu den reich strukturierten Formen, Oberflächen und Texturen des übrigen Gartens bildet. Vergleichbar in der Wirkung ist nur eine Rasenfläche, der allerdings der belebende Anteil abgeht.
Ein Teich, oder Wasser ganz allgemein, sollte also zunächst einmal unter dem gestalterischen Aspekt betrachtet werden, d.h. also wie man ihn am besten in ein bestehendes oder zu erstellendes Konzept integriert. Dabei muss man durchaus die geforderten Nutzungen mit berücksichtigen, was beispielsweise die Größe oder die erforderliche Technik betrifft. Trotzdem sollte man keinesfalls das Pferd am Schwanz aufzäumen, wie das bei der Gartengestaltung in bezug auf die Pflanzen deutlich angesprochen wird. (siehe unter Gartenplanung/Gartenplanung-Gestaltung). Auch die beiden vorher-nachher-Auseinandersetzungen ('Teich im Rasen' und 'Oase der Besinnlichkeit') unter Reaktionen/Zeitschriftenartikel sind in diesem Zusammenhang besonders aussagekräftig.
Bei vielen Teichbesitzern steht demgegenüber die Nutzung im weitesten Sinne im Vordergrund der Überlegungen und dementsprechend mäßig ist dann auch das Ergebnis in gestalterischer Hinsicht. Der Naturliebhaber möchte in seinem Teich möglichst vielen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum anbieten, der Koi-Freund braucht in erster Linie sauberes Wasser und die entsprechende Technik dazu, für den Schwimmteich-Besitzer steht das Erlebnis Wasser im Vordergrund, wobei auch hier Wert auf klare Sicht gelegt wird. Wenn man sich dem Thema Teich im Garten aus dieser Richtung nähert, dann bleibt allzu oft die Gestaltung auf der Strecke. Wenn der Teich isoliert von dem gesamten Garten, in den er eingebunden ist, betrachtet wird, wird er ein Einzelstück bleiben, dem der Bezug zu dem gesamten Raum fehlt.
Ein Spiegelbild des Himmels
Ziel der Gestaltung, hier also der Gartengestaltung, ist es, ein Gesamtkonzept zu entwickeln, in dem die einzelnen Teile nicht isoliert voneinander nebeneinander liegen, sondern miteinander harmonisch verbunden sind, bzw. sich gegenseitig durchdringen, was noch einmal eine Steigerung darstellt. Das ist ja einer der entscheidenden Unterschiede zum Haus: Die unterschiedlichen Räume sind nicht durch Wände und Türen voneinander getrennt – die Übergänge sind mehr oder weniger transparent.
Neben vielen anderen Aspekten, die beim Teichbau berücksichtigt werden müssen, interessiert hier v.a. der Teich als wichtiges, wenn nicht sogar zentrales Gestaltungselement, das in diesem Sinne ganz allgemein Wasser in den unterschiedlichsten Formen bedeutet. Wasser ist immer ein Stück Erlebnis. Libellen werden magisch angezogen und sind eine Attraktion an jedem Teich. Frösche und Kröten siedeln sich an und werden zu ständigen Mitbewohnern im Garten. Vögel kommen regelmäßig zum Baden oder zum trinken und sogar Wespen lassen sich gerne an heißen Sommertagen auf dem Wasser treiben. Fließendes Wasser sorgt für Bewegung, das Plätschern und Rauschen läßt die Sinne aufhorchen. Und nicht zuletzt hat man im ruhigen Wasserspiegel eines Teiches ein Abbild des Himmels, wo sich der Garten in die Unendlichkeit erweitert.