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Koi-Teich, Holzdeck
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Koi-Teich, Holzdeck
Freisitz

Koi-Teiche

Halb im Verborgenen hat sich seit einigen Jahren ein Markt entwickelt, der nicht mehr viel mit Garten als Naturerlebnis zu tun hat. Es hat zwar immer schon Menschen gegeben, die gerne Fische im Gartenteich gehalten haben. In meiner Jugend waren das in der Regel Goldfische, heute sind es die in allen Farben schillernden Kois aus Japan. Solange die durch die Zucht noch nicht allzu weit von einem normalen Fisch entfernt sind, gibt es damit auch wenig Probleme, wenn man von der Eutrophierung des Wassers einmal absieht, was aber bei allen Fischen, wenn sie gefüttert werden, ein Problem ist.


 

Da seltene Kois mit einer besonderen Zeichnung einen hohen Wert haben, werden diese mit viel Aufwand gehegt und gepflegt. Je weiter sich die Zucht zu immer ausgefalleneren Typen entwickelt, desto empfindlicher werden diese Typen. Bei den Rosen war das auch einmal so: Je schöner und ausgefallener eine Sorte war, desto anfälliger für Krankheiten war sie. Manche Sorten konnten nur mithilfe von Chemie (Insektizide und Fungizide) überleben. Irgendwann hat man die Sackgasse in dieser Entwicklung bemerkt und hat sich darum bemüht, neue, robuste Sorten zu züchten.

Ein Aquarium im Freien

Bei den Kois scheint man noch nicht so weit zu sein. Und weil der Wert sinkt, wenn die äußere Erscheinung nicht makellos ist, werden auch leichte Erkrankungen, die das äußere Bild beeinträchtigen, nicht geduldet. Das alles bringt einen hohen Einsatz an Technik mit sich: Das Wasser muss gefiltert werden wie in einem Aquarium. Puristen gehen davon aus, dass das gesamte Teichwasser innerhalb von 2 Stunden umgewälzt werden muss. Gegen Schwebalgen, die zu Wassertrübungen führen, werden UV-Lampen installiert. Und damit die Kois auch im Winter Nahrung aufnehmen und weiterwachsen (je schneller der Koi wächst, desto schneller amortisiert sich das eingesetzte Kapital) wird das Wasser beheizt. Kein Gedanke an Klimakatastrophe und Energieeinsparung. Auch Pflanzen werden nicht mehr im Wasser geduldet, so dass absolut künstliche Systeme entstehen. Die Technik in Koi-Teichen ist wesentlich weiter fortgeschritten als in Schwimmteichen.
 
Man kann sich zwar auf den Standpunkt stellen: Das ist alles Geschmacksache, und jeder muss für sich entscheiden, was ihm gefällt. Dagegen ist im Prinzip nichts zu sagen, trotzdem hätte ich ein ungutes Gefühl, wenn ich im südostbayerischen Klimaraum mit Temperaturen im Winter unter 10° Minus ein geheiztes Freilandaquarium bauen müsste. Das allgemeine Bewusstsein, dass Energie nicht mehr verschwendet werden darf, weil sie eben endlich ist, kann nur dann in der Realität Wirkung zeigen, wenn jeder selbst sich auch persönlich dafür verantwortlich fühlt (siehe auch unter 'Naturerkenntnis - Selbsterkenntnis').
 
Die Fotos auf dieser Seite stammen von einem Teich, in dem auch Kois gehalten werden. Hier wurde versucht, ein Kompromiss zu finden zwischen der perfekten, aber sterilen Technik, und dem Bedürfnis nach einem naturnahen Teich mit ausgedehnten, mit Pflanzen bestandenen Sumpfbereichen. Es gibt zwar ein großes Filterbecken mit Umwälzanlage und UV-Lampen, die allerdings für die Größe dieses Teiches mit über 200 cbm Wasserinhalt eher das unterste Minimum darstellen. Die Umwälzpumpen haben einen sehr geringen Energieverbrauch, gemessen an der Leistung. Dieses System wird nicht auf Spitzenwerte kommen, was die Klarheit des Wassers betrifft, und für empfindliche Koi-Züchtungen wird die Qualität vielleicht nicht ausreichen. Dafür ist der Teich kein Fremdkörper im Garten, sondern fügt sich natürlich in das Gelände ein. Wenn die Bestandsdichte der Fische nicht zu hoch wird, kann man vielleicht sogar mit der Zeit auf die UV-Lampen verzichten.


 

 

 

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